Kind auf Friedhof

Oma stirbt bald! 4 Impulse wie du dein Kind darauf vorbereiten kannst

„Warum vergisst die Uromi meinen Namen?“, fragt mich meine 5-Jährige Tochter. Ich antworte ihr: „Die Uromi ist schon sehr alt. Deshalb vergisst sie viele Dinge und kann auch nicht mehr so gut laufen. Wenn ein Mensch so alt ist, stirbt er irgendwann.“

1. Sprich mit deinem Kind darüber, dass die Oma sterben wird!

Sprich mit deinem Kind über den Tod, wenn die Oma bald stirbt! Wir sperren in Deutschland den Tod aus unserem Leben aus. Das ist nicht gut, denn der Tod gehört zum Leben. Kinder haben einen viel natürlicheren Umgang mit dem Tod, solange wir ihnen nicht unsere Prägung aufgestempelt haben. Vielleicht magst du mit deinem Kind einmal über den Friedhof gehen und gemeinsam besonders schöne oder alte Gräber suchen. So habt ihr einen Anlass, um über den Tod zu sprechen. Es kann deinem Kind helfen, wenn du mit ihm darüber sprichst, dass die Oma oder Uroma, der Opa oder Uropa schon sehr alt ist und bald sterben wird. Je nach Alter des Kindes kannst du das in sehr einfachen Worten benennen oder es bei einem Schulkind ausführlicher erklären.

2. Schaut euch Bücher zum Thema Tod an!

Bücher geben dir und deinem Kind einen hilfreichen Anlass, über das Thema Sterben und Tod zu sprechen. Max Velthuijs Buch: „‚Was ist das?‘, fragt der Frosch.“ ist für kleine Kinder bis 4 Jahren geeignet. Hier finden einige Tiere eine leblose Amsel und stellen sich die Frage, was mit der Amsel los ist. Die Amsel ist nicht krank, wie die Tiere vermuten, sondern sie ist tot und muss begraben werden. Es ist ein eher minimalistisches Buch, dass dazu einlädt, gemeinsam Entdeckungen zu machen und Fragen zu stellen.

Für Kindergarten- und Grundschulkinder empfehle ich die Geschichte von Varley, Susan: „Leb wohl, lieber Dachs“. Der Dachs ist alt und weiß, er wird bald sterben. Als er eines Morgens nicht mehr aufwacht, sind seine Freunde anfangs sehr traurig darüber. Als einige Zeit vergangen ist, erinnert sich jedes Tier mit Freude an die Fertigkeit, die es vom Dachs gelernt hat. So ist der Dachs in ihren Herzen bei ihnen, auch wenn er nicht mehr unter ihnen lebt. Dazu gibt es auch einen wunderschönen kleinen Film. Ich habe ihn unten verlinkt.

Museen bieten Schulkindern die Möglichkeit, sich mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Mit meinem 9-jährigen Sohn waren wir in den Ferien in Dresden im Hygienemuseum in der Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“. Dort hat er sich ein Video angeschaut, in dem das Sterben eines alten Mannes nachgestellt und von einem Arzt kommentiert wurde. Wir haben danach intensiv über das Gesehene gesprochen. Wenn du deinem Schulkind Medien zur Verfügung stellst, die sich mit dem Tod beschäftigen, ist es sehr wichtig, dass du es nicht allein damit lässt. Sprecht darüber!

3. Zeige deinem Kind deine Unsicherheit mit dem Tod!

Sei ehrlich zu deinem Kind, wenn du Berührungsängste mit dem Tod hast. Sag ihm, dass du unsicher bist, wie du damit umgehen sollst, dass die Oma bald sterben wird. Stellt euch gemeinsam Fragen. Höre deinem Kind aufmerksam zu. Meiner Erfahrung nach haben Kinder oft eine überraschende Perspektive auf den Tod und wir Erwachsenen können viel von ihnen lernen.

4. Klammere den Tod nicht aus deinem Leben aus!

In unserer Gesellschaft gehört der Tod nicht selbstverständlich zum Leben dazu wie in anderen Kulturen. Darum können wir selbst oft nicht damit umgehen und verdrängen das Thema. Deine Kinder gut begleiten zu wollen, kann für dich ein Anlass sein, deine eigenen Berührungsängste mit dem Tod Stück für Stück etwas abzubauen. Überlege dir, was dabei erste Schritte für dich sein könnten. Vielleicht magst du mal einen Spaziergang über den Friedhof machen und die Atmosphäre und deine aufkommenden Fragen in Ruhe auf dich wirken lassen. Oder du suchst dir gezielt ein Buch oder einen Film zum Thema Sterben. Das Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen.“ von Bronnie Ware gibt einen interessanten Einblick, in die Einsichten Sterbender. Ich empfinde es als eine erfrischende Berührungsmöglichkeit mit dem sonst so schweren Thema Tod.

4 Tipps, um dein Kind auf das Sterben der Oma vorzubereiten

  1. Sprich mit deinem Kind darüber, dass alte Menschen irgendwann sterben! Ein Spaziergang über den Friedhof ist z. B. ein guter Anlass dafür.
  2. Schaut gemeinsam Bücher und Filme zum Thema Sterben und Tod an! Stellt euch gemeinsam Fragen über den Tod!
  3. Zeige deinem Kind deine Unsicherheit mit dem Tod! Du brauchst nicht auf alle Fragen deines Kindes eine Antwort. Erst Recht nicht beim Thema Tod. Viel wichtiger ist es, dass ihr euch ehrlich darüber austauscht.
  4. Beschäftige dich selbst mit dem Thema Tod! Klammere ihn nicht aus deinem Leben aus!

Medienempfehlungen zum Thema Tod

Für Kinder von 2-4 Jahren: Max Velthuijs: „Was ist das?“, fragt der Frosch
https://kinderbuch-detektive.de/was-ist-das-fragt-der-frosch/?p=2791& (Rezension)

Für Kinder von 3-10 Jahren: Varley, Susan: Leb wohl, lieber Dachs 
https://kinderbuch-detektive.de/was-ist-das-fragt-der-frosch/?p=2791& (Rezension)
https://kinder.wdr.de/tv/die-sendung-mit-der-maus/av/video-leb-wohl-lieber-dachs-102.html (Video)

Für dich: Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen.
https://www.buchredaktion.de/produkt/5-dinge-die-sterbende-am-meisten-bereuen-94539?by=OxBrBDynamicSearchAds&msclkid=a56cdd47bbf41f072562bcd8cf2700f9&utm_source=bing&utm_medium=cpc&utm_campaign=BR%20-%20Dynamic%20Search%20Ads&utm_term=buchredaktion&utm_content=Dynamic%20Search%20Ads

Hast du dein Kind bereits auf den baldigen Tod der (Ur-) Oma, des (Ur-) Opas vorbereitet? Was sind deine Erfahrungen? Welche Fragen hast du beim Thema Tod in der Begleitung deines Kindes? Schreibe unten in die Kommentare, ich freue mich darüber.

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